DEENFR
28.04.2016

Spendenaufruf: Hilfsaktion für Flüchtlinge

Stadtmobil-Südbaden-Kunden organisieren private Hilfsaktion für Flüchtlinge in den nordfranzösischen Flüchtlingslagern von Grande Synthe und Calais. Spenden erbeten.

Bereits zum zweiten Mal organisieren Bettina Schwerthöffer und ihr Ehemann Olaf Greifzu einen privaten Hilfstransport für Transitlager von Flüchtlingen. Ihre erste Reise im Dezember 2015 führte das Paar nach Italien und Kroatien.

Die aktuelle Sammlung ist für zwei Notunterkünfte im nordfranzösischen Calais und Grande-Synthe bestimmt. Mit einem Hochdachkombi von Stadtmobil Südbaden starten die beiden am 13. Mai 2016 von Freiburg nach Calais, um dort der Nichtregierungsorganisation Utopia 56 Schuhe, Jacken, Decken, Schlafsäcke und finanzielle Mittel zu übergeben, die sie derzeit in ihrem privaten Umfeld sammeln. Zudem werden sie als freiwillige Helfer in der Flüchtlingsunterkunft La Linière mitarbeiten.

Bettina Schwerthöffer (Mitte), Olaf Greifzu, Manuela Müller


"Utopia 56 hat vor allem um finanzielle Unterstützung, aber auch um feste Schuhe und  warme Jacken für Männer und Frauen gebeten. Außerdem werden dringend freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht!", berichtet Bettina Schwerthöffer im Gespräch mit Stadtmobil Südbadens Pressereferentin Manuela Müller.

Stadtmobil Südbaden wird einen Teil der Fahrtkosten für den Hilfstransport übernehmen. Auf die Frage nach der Motivation für die bevorstehende Reise antwortet sie: "Zu Pfingsten einfach nur wegfahren, fällt mir angesichts der andauernden Flüchtlingskrise schwer". Zumal sich die Situation für die Flüchtlinge verschlechtert. "Die positiven Erfahrungen beim ersten Hilfstransport haben mich darin bestärkt, mich dauerhaft zu engagieren", sagt Bettina Schwerthöffer ohne Pathos.

Mission erfolgreich: Die Hilfslieferung ist sicher im
kroatischen Flüchtlingslager angekommen.

"Durch den direkten Kontakt haben die geflüchteten Menschen für uns ein Gesicht bekommen. Vor allem hat der Besuch in den Camps für uns überhaupt erst begreifbar gemacht, was es heißt, alles bisher Vertraute aufgeben, Besitz zurücklassen und auf Monate unter den widrigsten Umständen leben zu müssen", erläutert Olaf Greifzu. Zwei - inzwischen drei - sehr konkrete Gesichter, begegnen dem engagierten Paar täglich in ihrer Wohngemeinschaft: Seit Oktober 2015 beherbergen sie ein syrisches Flüchtlingspaar und dessen in Freiburg geborene Tochter. Die entgegengebrachte Dankbarkeit ihrer Mitbewohner und zahlreicher Menschen in den Flüchtlingslagern in Italien und Kroatien "haben bei mir sehr viel positive Gefühle und Energie für weitere Aktionen freigesetzt," so Olaf Greifzu. Nun also ein Hilfstransport nach Calais und ein freiwilliger Einsatz in Grande-Synthe in Frankreich.

Die Situation in Grande-Synthe

Nach den katastrophalen Zuständen in einem in Schlamm und Müll versinkenden wilden Zeltlager bei Dünkirchen, etwa 40 Kilometer von Calais entfernt, hat die Nichtregierungsorganisation Ärtze ohne Grenzen (MSF - Médecins sans Frontieres) im Februar dieses Jahres gegen den Willen der Nationalregierung und ohne Unterstützung des Staats das neue Lager La Linière bei Grande-Synthe errichtet.

Zur Zeit leben 1.500 bis 2.000 Menschen, darunter auch Frauen und etwa 100 Kinder dort. Es sind überwiegend Kurden aus dem Irak und Syrien.

La Linière ist das erste Flüchtlingslager in Frankreich, das internationalen Standards entspricht. Es ist mit 375  wetterfesten beheizbaren Holzhütten für jeweils 4 Personen ausgestattet und steht auf einem mit Kies befestigtem Untergrund, so dass das Waten durch den Schlamm der Vergangenheit angehört. La Linière verfügt über Gemeinschaftsduschen, Gemeinschaftsküchen, eine Schule, Kinderspielgeräte und ein Beratungszentrum für rechtliche Fragen zur Migration. Auch ein kleines medizinisches Zentrum in direkter Nähe des Lagers ist vorhanden.

3,1 Millionen Euro hat die Errichtung von La Linière gekostet. 2,6 Millionen Euro davon haben die Ärzte ohne Grenzen aufgebracht, 500.000 Euro steuerte die Stadt Grand-Synthe gegen den ausdrücklichen Wunsch der französischen Regierung bei. Der französische Staat hat sich nicht an den Baukosten beteiligt und sogar damit gedroht, das Lager wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen zu schließen. Die Bitte des Bürgermeisters von Grande-Synthe um die Übernahme der laufenden Unterhaltskosten wurde bislang abgelehnt.

Spenden und ehrenamtliche HelferInnen werden laufend benötigt

Spendengelder sind daher für die laufenden Kosten, für Nahrung und den Betrieb der Infrastruktur vorgesehen. Aber auch für den weiteren Ausbau des Lagers, sprich die Isolierung der Hütten, den Bau weiterer Küchen und Waschküchen sowie für die Schaffung einiger bezahlter Verwaltungsstellen wird Geld benötigt.

Bislang verwaltet die aus der Bretagne kommende Non-Profit-Organisation Utopia 56 das Lager allein mit freiwilligen Helferinnen. Rund 120 Personen sind Tag für Tag im Einsatz, um Essen und Kleidung auszugeben, die sanitären Einrichtungen zu reinigen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen -  vor allem aber,  um den Schutz in der Nacht zu gewährleisten. Neben einigen wenigen Franzosen, kommen die Freiwilligen überwiegend aus England, Deutschland, Italien und Spanien.

So können Sie helfen

Zurück nach Deutschland: Wer unsere beiden engagierten Stadtmobil-Südbaden-Kunden beim Hilfstransport und ihrer Arbeit vor Ort unterstützen möchte, hat dafür verschiedene Möglichkeiten.

Folgende Sachspenden sind willkommen (spätestens bis 13.05.2016 um 11:00 Uhr):

  • Feste Halbschuhe oder Boots in den Größen 39-45 (Damen/Herren)
  • Damen- und Herrenjacken (Wattierte Jacken, Regen-, Wind- und Fleece-Jacken)
  • Schlafsäcke
  • Woll- und Fleece-Decken
  • Walky-Talkies

Hinweis: Bitte geben Sie nur wirklich gut erhaltene und saubere Kleidung, intakte Schlafsäcke und Decken sowie funktionierende Geräte nach vorheriger telefonischer Rücksprache ab. Die Ladefläche beträgt nur sechs Kubikmeter – das entspricht in etwa 10-15 Bananenkartons.

Telefonnummer: 0761 2141553

Geldspenden

Wie erwähnt sind Geldspenden für den laufenden Betrieb des Lagers dringend nötig. Sie können Ihren Beitrag je nach Wunsch direkt an eine der NGOs richten oder auf das von Bettina Schwerthöffer und Olaf Greifzu eingerichtete Spendenkonto bei der GLS Bank überweisen.

Utopia56 online spenden: http://www.utopia56.com/en/faire-un-don/
Ärzte ohne Grenzen: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/spende

Bettina Schwerthöffer/Olaf Greifzu:
IBAN: DE15 4306 0967 8036 6706 41
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: GRANDE-SYNTHE

Das Geld ist dafür vorgesehen, vor Ort die aktuell benötigten Lebensmittel oder Materialien zu kaufen und diese der Lagerverwaltung zur Verfügung zu stellen.

Ehrenamtliche Mitarbeit in La Linière

Wer sich selbst vor Ort engagieren möchte, kann sich bei Utopia 56 registrieren. Voraussetzung ist das Mindestalter von 18 Jahren und Impfungen gegen Polio, Masern, Mumps, Keuchhusten und Röteln.
www.utopia56.com/en/venir-a-calais/

 

Weiterführende Links:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/wie-zwei-freiburger-fluechtlingen-auf-der-balkanroute-geholfen-haben--116418923.html

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/frankreich

http://www.utopia56.com/en/

http://de.sputniknews.com/panorama/20160319/308557060/fluechtlinge-frankreich.html

http://www.liberation.fr/france/2016/03/14/migrants-a-grande-synthe-un-demenagement-express_1439526


Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie in unregelmäßigen Abständen über Neues beim CarSharing von Stadtmobil Südbaden.

 

Newsletter Anmeldung