Vom Selbsthilfeverein zur Aktiengesellschaft

Auch die überzeugtesten Ökos und Fahrradfahrer brauchen hin und wieder mal ein Auto. Sei es für den Transport von Billy-Regalen beziehungsweise der politisch-korrekten Naturholzvariante, den gelegentlichen Großeinkauf oder einen Familienbesuch in entlegenen Regionen weit ab von Bus und Bahn.

Will man oder frau dafür nicht gleich ein eigenes Auto anschaffen oder die Gutmütigkeit des Familien- und Freundeskreises unnötig strapazieren, rückt die Idee des geregelten Autoteilens ins Blickfeld. Schließlich bedeutet geteilte Nutzung auch geteilte Kosten.

Ein Auto + mehrere Nutzer = niedrigere Kosten

Von diesem Rechenansatz ließ sich der erweiterte Freundeskreis von Arvo Ens, Bernd Rüffer und Matthias-Martin Lübke schnell überzeugen. Und so folgten der Einladung der drei Freiburger CarSharing-Intiatoren zum Gründungstreffen des gemeinnützigen Vereins Freiburger Autogemeinschaft (FAG) im April 1991 rund 30 Personen. Das erarbeitete Konzept sah vor, über eine Mitgliedereinlage Neufahrzeuge anzuschaffen und die Nutzung der Fahrzeuge über eine professionelle Buchungszentrale zu regeln.

Etwa 50 bis 60 Mitglieder brachten drei Monate später mit einer Einlage von 950 D-Mark pro Person sowie einigen Geld- und Sachdarlehen das erforderliche Kapital auf für die Anschaffung von zwei Neuwagen und ein Gebrauchtfahrzeug. Schon im August 1991 ging die FAG an den Start. Die anfängliche Quote von 15 bis 20 Nutzern pro CarSharing-Auto ist leicht gestiegen: Heute kommen rund 23 Fahrtberechtigte auf ein CarSharing-Fahrzeug. 

Derzeit stehen in Freiburg und an über 30 weiteren Standorten mehr als 200 Fahrzeuge für knapp 9.000 Nutzer zur Verfügung — Tendenz stark steigend. 

Durch einen informellen Zusammenschluss mit vier weiteren regionalen CarSharing Vereinen sowie dem reinen Elektro-CarSharing der my-e-car GmbH stehen für die Kunden der Stadtmobil Südbaden AG derzeit rund 300 Fahrzeuge in ganz Südbaden bereit. Umgekehrt haben die Mitglieder der kooperierenden CarSharing-Vereine dauerhaften Zugriff auf die Fahrzeugflotte und das Buchungssystem von Stadtmobil Südbaden.

Stetiger Mitgliederzuwachs erfordert neue Organisationsform

Gestartet als Selbsthilfeverein im August 1991 hat sich die „Freiburger Autogemeinschaft e. V.“ (FAG) innerhalb von zwei Jahrzehnten vom CarSharing-Pionier mit 50 Mitgliedern und drei Fahrzeugen zum Dienstleistungsunternehmen mit mehreren tausend Fahrtberechtigten entwickelt. Daher stand im Oktober 2011 der Wechsel der Geschäftsform zur Aktiengesellschaft an.

Das Gemeinwohl-orientierte Wirtschaften und die ökologische Ausrichtung des CarSharing-Vereins führt die Stadtmobil Südbaden AG weiter fort. Aus dem Grund werden die Aktien des Unternehmens nicht an der Börse gehandelt, sondern ausschließlich an Mitarbeiter und Kunden ausgegeben, um eine Übernahme durch rein Profit-orientierte Anleger zu verhindern.

Stadtmobil Südbaden engagiert sich nach wie vor intensiv für nachhaltige Mobilität, worunter sie nicht nur Klimaschutz, sondern auch zukunftsfähige Mobilität durch Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die bessere Verzahnung des Motorisiertem Individualverkehrs mit dem Fuß-, Rad- und öffentlichem Nah- & Fernverkehr ebenso wie sozialverträgliche Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Teilhabe versteht. Schließlich ist Mobilität ein Grundbedürfnis.

Stadtmobil Südbaden setzt sich dafür ein, dass eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe – nicht nur in der Großstadt, sondern auch im ländlichen Raum – dieses Grundbedürfnis auf umweltverträgliche Art befriedigen kann, damit auch künftige Generationen noch in den Genuss einer intakten Umwelt und des Autofahrens kommen.

 

 

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